Der südafrikanische Tischler Richard

Von einem, der auszog, um bei der Zirbe zu landen

Von Kapstadt nach Bad Münstereifel. Richard ist ein waschechter Südafrikaner. Und er ist ein waschechter Tischler. Vor fünf Jahren zog es ihn der Liebe wegen von Kapstadt in die Eifel, nach Deutschland. Dort lernte er Arno von Die Køje Eifel kennen und machte bei ihm die Ausbildung zum Tischler.

 Neuer Arbeitsplatz, neue Sprache. Nachdem klar war, dass Richard sich bei Arno ausbilden lassen möchte, hatte er anfänglich etwas mit der Sprache zu kämpfen: „Wenn ein Arbeitskollege zu mir sagte, er benötige eine Schraube, bin ich einfach losgelaufen und habe in der Zwischenzeit am Handy das Wort übersetzt. So habe ich mich Wort für Wort in die Sprache „eingelernt“. Nun, fünf Jahre später, überrascht der ehemalige Großstädter sogar mit deutschen Sprichwörtern, die er einfach so nebenbei „raushaut“. 

Vom Automechaniker zum Tischler. In seiner Heimat Kapstadt arbeitete Richard als Automechaniker. Er führte seine eigene Werkstatt und betont, dass er einfach ein „Macher“ sei – eine Arbeit vor dem Computer wäre ihm zu eintönig, er müsse etwas tun, sich bewegen können: „Mit dem Werkstoff Holz habe ich etwas gefunden, dass ich als hochwertig und als wertvoll ansehe – ich mag es, wenn die Säge ertönt, die Späne fliegen und ich aus einem ‚Baum‘ ein Möbelstück erschaffen kann.“

Aufgeben ist keine Option. Die beiden letzten Jahre waren für den 32-Jährigen alles andere als einfach, so hatte er – neben seinem Lehrabschluss – mit gleich mehreren Schicksalsschlägen zu kämpfen. „Es gibt immer einen Weg, es gibt immer eine Lösung. Du darfst nur nicht aufgeben“, erklärt Richard und meint weiter: „Ich habe meinem verstorbenen Großvater versprochen, dass ich in Deutschland bleibe und meine Ausbildung beende. Das habe ich durchgezogen“. Der Hobby-Kletterer schwärmt von seinen Arbeitskollegen in Bad Münstereifel und vor allem von Arno, seinem Chef: „Arno ist einer der besten Menschen, die ich kenne.“  

Zirbenholz-Experte. Nach seinem dreiwöchigen „Praktikum“ in der Køje-Manufaktur in Bludenz kehrt Richard mit viel neuem Wissen zurück in die Eifel. „Ich habe sehr gern so viel Neues über das Zirbenholz, die Fertigung von Zirbenbetten sowie den Spirit der Manufaktur gelernt und erfahren“, so Richard, der abschließend meint: „Arno, ich und das gesamte Team, wir werden es schaffen, die Zirbe in der Eifel bekannt zu machen. Ich freue mich auf die Herausforderungen, die noch auf uns zukommen.“